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as Jahr im Weinberg

Die Natur leistet einen Großteil der jährlichen Arbeiten im Weinberg. Doch nur durch die tatkräftige Handarbeit des Winzers und vieler fleißiger Helfer ist es möglich, unsere feinen Proschwitzer Weine in der gewohnten hohen Qualität zu erzeugen.

Der Rebschnitt

Im März und April, wenn die Reben anfangen zu "bluten", so bezeichnet man den Saftaustritt an den Schnittwunden, werden die Fruchtruten nach unten gebogen und gebunden. Durch das Biegen und Binden wird eine gleichmäßige Verteilung der Triebe erreicht. Dabei spricht man im Allgemeinen von der sogenannten "Reberziehung".

Biegen und Binden der Reben

Ab April wird der Boden mit verschiedenen Arbeitsgeräten wie Grubber, Fräse und Kreiselegge mechanisch aufgelockert. Dies dient dazu, das natürliche Bodenleben anzuregen. Anschließend werden Begrünungspflanzen eingesät. ...

... Damit die Reben ausreichend mit Nährstoffen versogt werden, wird nun auch gedüngt. Der moderne Weinbau berücksichtigt hier neben den Kosten, selbstverständlich auch Umweltaspekte. Durch moderne Analysemethoden kann z.B. die benötigte Düngermenge genau bestimmt werden.

Bodenbearbeitung

Ende April/Anfang Mai kommt es zum Austrieb. Nun beginnt die Phase des Pflanzenschutzes gegen Pilzkrankheiten, wie den echten und falschen Mehltau. Hierfür werden heute meist organische Fungizide eingesetzt. Früher verwendete man vor allem Kupfer- und Schwefelpräparate. Je nach Witterung müssen die Rebschutzspritzungen im Laufe des Sommers insgesamt 4- bis 7mal durchgeführt werden.

Pflanzenschutz

Während der Blüte, Ende Juni, sollten die Reben möglichst ihre Ruhe haben. Die Zeit der Selbstbefruchtung beim Wein sollte von kurzer Dauer sein, um eine Verrieselung oder das Verblühen ohne Befruchtung zu vermeiden. Läuft die Befruchtung schlecht, kann die Erntemenge stark eingeschränkt sein. Um ein Abbrechen der Reben zu verhindern, werden die am Bogen wachsenden Reben in dieser Zeit “aufgebunden oder eingekürzt”. Damit werden die einzelnen Reben quasi auf die gewünschte Länge gestutzt. Nach der Blüte werden vom Winzer mitunter auch schon Fruchtansätze weggeschnitten, um den Ertrag zu mindern und damit besonders gute Qualitäten zu ernten.

Während und nach der Blüte

Während der gesamten Wachstumsperiode zwischen Juni und August sind die Weingärtner mit Laubarbeiten beschäftigt. Zum Teil werden die Triebe festgebunden, um sie vor Windbruch zu schützen. Auch müssen nun durch den Laubschnitt Blätter entfernt werden, um die Durchlüftung der Rebanlage zu fördern. Bei Regen trocknet diese dadurch besser ab und die Voraussetzungen für einen Pilzbefall werden verringert.

Laubarbeiten

Wenn Mitte bis Ende August die Reifephase eintritt, beginnen die Weingärtner mit der sogenannten "grünen Lese". Durch das Entfernen einiger schon erbsengroßen Beeren, erhalten die verbleibenden Beeren mehr Kraft. ...

... Die entlasteten Rebstöcke erreichen dadurch einen besseren Qualitätsbereich.

Die Trauben werden "weich"

Ende August/Anfang September werden die Trauben "weich". Von nun an beeinflusst die Witterung im verstärkten Maße die Entwicklung der Trauben und somit auch die Qualität und das Mostgewicht.

Die Weinlese

Im September ist es dann endlich soweit: Die Früchte der Arbeit können geerntet - "gelesen" -  werden. Die Lese kann sich jedoch bis zu acht oder mehr Wochen hinziehen. Vor allem, wenn sie von Hand erfolgt. Zwar werden die Trauben immer häufiger mit dem Vollernter gelesen, aber nur in Handarbeit kann der Winzer faule oder unreife Trauben konsequent auslesen.

Die Winterruhe

Nach dieser Strapaze haben sich Winzer und Weinberg eine Pause verdient. Doch der Winzer muss nochmal "ran". Der Weinbergsboden, der durch die Lesearbeiten stark zertreten ist, wird ein letztes Mal umgepflügt. Danach deckt meist schon bald der Schnee den Weinberg zu.